Die Kurzantwort
Ein Verkaufsautomat lohnt sich, wenn am Standort genug Menschen vorbeikommen, die in dem Moment etwas kaufen wollen und keine bessere Alternative haben. Dann muss die Marge je Verkauf mal der Zahl der Verkäufe die festen Kosten für Automat, Strom, Wartung und Standort decken. Eine seriöse Umsatzprognose gibt es nur nach einem Blick auf den Standort.
Was den Umsatz bestimmt
- Frequenz: Wie viele Menschen kommen jeden Tag am Automaten vorbei?
- Bedarf im Moment: Pause, Schichtwechsel, Wartezeit oder der Heimweg nach Ladenschluss.
- Alternativen: Gibt es eine Kantine, einen Bäcker oder einen Supermarkt direkt nebenan?
- Sortiment: Das, was die Menschen dort wirklich wollen, nicht das, was sich gut lagern lässt.
- Verfügbarkeit: Ein leerer oder defekter Automat verkauft nichts und verliert Stammkundschaft.
- Bezahlung: Wer nur Karte dabeihat, kauft an einem Münzautomaten nichts.
Kosten und Marge
Auf der einen Seite stehen die festen Kosten, die jeden Monat anfallen, egal wie viel verkauft wird: der Automat als Abschreibung oder Miete, Strom, Wartung und gegebenenfalls eine Standortmiete. Auf der anderen Seite steht die Marge je Verkauf: Verkaufspreis minus Einkaufspreis minus Gebühr für die Kartenzahlung.
Daraus ergibt sich die entscheidende Zahl: Wie viele Verkäufe braucht der Automat im Monat, damit die festen Kosten gedeckt sind? Alles darüber ist Gewinn vor Steuern und vor Ihrer eigenen Arbeitszeit.
Rechenbeispiel
Die folgenden Zahlen sind frei gewählte Beispielwerte, keine Erfahrungs- oder Durchschnittswerte. Setzen Sie Ihre eigenen ein.
- Feste Kosten im Monat, angenommen: 150 Euro für Automat, Strom und Wartung.
- Marge je Verkauf, angenommen: 0,75 Euro nach Einkauf und Zahlungsgebühr.
- Nötige Verkäufe: 150 geteilt durch 0,75 sind 200 Verkäufe im Monat, also rund sieben am Tag.
Schafft der Standort deutlich mehr, lohnt sich der Automat. Liegt er darunter, müssen Sortiment, Preis oder Standort anders werden. Welche Kosten auf Ihrer Seite stehen, zeigt der Ratgeber Was kostet ein Snackautomat?.
Steuer und Preisangaben
- Abschreibung: Die AfA-Tabelle nennt für Warenautomaten 5 Jahre, für Getränkeautomaten 7 Jahre. Geräte bis 800 Euro netto können sofort abgeschrieben werden.
- Kasse: Waren- und Dienstleistungsautomaten brauchen keine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung (TSE).
- Preise: Am Automaten gilt der Gesamtpreis inklusive Mehrwertsteuer. Den Grundpreis je Kilogramm oder Liter brauchen Getränke- und Verpflegungsautomaten nicht.
Für Ihren Fall sprechen Sie mit Ihrer Steuerberatung.
Unsere ehrliche Einschätzung
Unterm Strich entscheidet der Standort mehr als der Automat. Ein gutes Gerät an einem Ort, an dem niemand vorbeikommt, verkauft nichts. Ein einfacher Automat im Pausenraum eines Schichtbetriebs hat dagegen jeden Tag Kundschaft. Deshalb lohnt sich ein Blick auf den Standort, bevor Sie sich für einen Automaten entscheiden. Das übernehmen wir gern für Sie.
Wenn Sie sich um nichts kümmern möchten, übernehmen wir in der Ortenau im Full Operating den ganzen Betrieb. Mehr unter Full Operating.
Quellen
- § 3 und § 4 Preisangabenverordnung (PAngV)
- § 1 Kassensicherungsverordnung (KassenSichV)
- BMF: AfA-Tabelle für die allgemein verwendbaren Anlagegüter
- § 6 Abs. 2 EStG (geringwertige Wirtschaftsgüter)
Alle Quellen abgerufen im September 2026.