Die Kurzantwort
Für einen Automatenkiosk brauchen Sie einen gut sichtbaren Standort, die Gewerbeanzeige für die Automaten, die Registrierung bei der Lebensmittelüberwachung und passende Automaten mit Bezahlsystem. Automaten selbst sind in Baden-Württemberg baurechtlich verfahrensfrei, die Nutzung des Raums klären Sie mit dem Bauamt. Seit Februar 2026 dürfen vollautomatisierte Verkaufsstellen bis 150 Quadratmeter sonntags öffnen, mit Anzeige sechs Wochen vorher. Ob Ihr Kiosk darunter fällt, klären Sie mit der Gemeinde.
In sieben Schritten zum Kiosk
- Standort und Fläche finden. Ein Raum mit viel Laufkundschaft, gut sichtbar und abends beleuchtet. Für den Sonntagsbetrieb nach dem Ladenöffnungsgesetz zählt eine Verkaufsfläche von höchstens 150 Quadratmetern.
- Nutzung des Raums klären. Mietvertrag mit dem Eigentümer und beim Bauamt klären, ob der Raum als Verkaufsstelle genutzt werden darf.
- Gewerbe anzeigen. Die Aufstellung von Automaten als Gewerbe beim Gewerbeamt anzeigen. An jeden Automaten gehören Name und Anschrift.
- Lebensmittelbetrieb registrieren. Den Kiosk bei der unteren Lebensmittelüberwachungsbehörde melden, in Baden-Württemberg beim Landratsamt oder der Stadt.
- Automaten und Bezahlung auswählen. Getränke, Snacks, Kaffee, Eis oder frische Ware: die Automaten nach Sortiment wählen, dazu Münze, Karte oder Smartphone.
- Sortiment und Kennzeichnung festlegen. Endpreise und Pflichtangaben gut sichtbar, bei Alkohol und Tabak eine sichere Altersprüfung.
- Sonntagsbetrieb anzeigen. Wer als vollautomatisierte Verkaufsstelle sonntags öffnen will, zeigt das mindestens sechs Wochen vorher mit Nachweis der Verkaufsfläche an.
Genehmigung, Gewerbe, Jugendschutz
Gewerbe: Wer Automaten als selbständiges Gewerbe aufstellt, zeigt das beim Gewerbeamt an. An jedem Automaten müssen Name mit ausgeschriebenem Vornamen und die Anschrift stehen, bei einer eingetragenen Firma genügt der Firmenname (§ 14 Abs. 3 GewO).
Baurecht: Die Automaten selbst sind in Baden-Württemberg verfahrensfrei. Ob der Raum als Verkaufsstelle genutzt werden darf, ist eine eigene Frage, die Sie vor dem Mietvertrag mit dem Bauamt klären.
Lebensmittel: Der Kiosk ist ein Lebensmittelbetrieb und wird bei der Lebensmittelüberwachung registriert. Bei Automaten dürfen die Pflichtangaben selbst abgepackter Ware auf einem Schild am oder beim Automaten stehen (§ 4 LMIDV).
Jugendschutz: Alkohol und Tabak nur, wenn der Automat für Kinder und Jugendliche unzugänglich ist oder eine technische Vorrichtung die Entnahme sicher verhindert. Das VG Freiburg hat einen Automaten beanstandet, der nach der Ausweisprüfung zwei Minuten freigeschaltet blieb.
Sonntags geöffnet?
Für einzelne Warenautomaten gilt das Ladenöffnungsgesetz Baden-Württemberg nach dem Urteil des VG Freiburg von 2013 nicht. Seit 28. Februar 2026 kennt das Gesetz außerdem die vollautomatisierte Verkaufsstelle: höchstens 150 Quadratmeter Verkaufsfläche, ausschließlich Waren des täglichen Bedarfs und an Sonn- und Feiertagen ohne Personal. Sie darf sonn- und feiertags öffnen, außer an Karfreitag, am 1. Weihnachtstag sowie an Oster- und Pfingstsonntag. Den Sonntagsbetrieb zeigen Sie mindestens sechs Wochen vorher mit Nachweis der Fläche an. Die Gemeinde kann Dauer und Lage festlegen, aber nicht unter acht zusammenhängende Stunden.
Offen ist, ob ein Kiosk aus mehreren Automaten in einem Raum als vollautomatisierte Verkaufsstelle gilt. Die Gesetzesbegründung nennt digitale Kleinstsupermärkte und Smart Stores, Warenautomaten erwähnt sie nicht. Klären Sie das vor der Eröffnung mit Ihrer Gemeinde.
Was es kostet
Die Investition setzt sich aus diesen Posten zusammen:
- Automaten: gekauft, gemietet oder geleast, je nach Zahl, Größe und Ausstattung
- Raum: Miete, Strom, gegebenenfalls Umbau und Beleuchtung
- Bezahlsysteme: Kartenleser und Gebühren je Zahlung
- Ware: der erste Warenbestand und laufender Einkauf
- Betrieb: Befüllen, Reinigen, Wartung, Versicherung
Eine Kasse mit TSE brauchen Sie nicht, Warenautomaten sind davon ausgenommen. Wie die Kosten eines einzelnen Automaten zusammenkommen, zeigt der Ratgeber Was kostet ein Snackautomat?.
Der richtige Standort
Ein Automatenkiosk lebt von Menschen, die vorbeikommen, wenn andere Läden zu sind: an Durchgangsstraßen, in Wohngebieten ohne Supermarkt in der Nähe, bei Bahnhöfen oder Sportstätten. Achten Sie auf Sichtbarkeit von der Straße, gute Beleuchtung, einen Parkplatz oder Gehweg davor und darauf, dass Sie zum Befüllen gut an den Raum kommen.
Sortiment
Typisch sind gekühlte Getränke, Snacks und Süßes, dazu Kaffee, Eis und je nach Standort frische Ware wie belegte Brötchen. Wir stellen für Kioske Pakete aus unserem Katalog zusammen, vom Einstieg mit zwei Automaten bis zum großen 24/7-Shop: Automaten für Ihren Kiosk.
Dieser Ratgeber ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung. Die verbindliche Auskunft für Ihren Standort geben Gemeinde, Gewerbeamt und Lebensmittelüberwachung.
Quellen
- Ladenöffnungsgesetz Baden-Württemberg (LadÖG), §§ 2, 9, 12, 15, geändert 2026
- Landtag Baden-Württemberg, Drucksache 17/10196 (Gesetzentwurf 2026)
- VG Freiburg, Urteil vom 17.01.2013, 4 K 1022/12
- § 14 Gewerbeordnung (GewO)
- Landesbauordnung Baden-Württemberg (LBO), § 50 und Anhang 1
- §§ 9 und 10 Jugendschutzgesetz (JuSchG)
- § 4 Lebensmittelinformations-Durchführungsverordnung (LMIDV)
- § 1 Kassensicherungsverordnung (KassenSichV)
Alle Quellen abgerufen im September 2026.